Dispokredit

Dispokredit – Abzocke oder Alternative?

Der Dispokredit hat in Deutschland einen miserablen Ruf. Zu Recht? Fragwürdig! Denn wenn man sich das Grundprinzip eines Dispokredits mal anschaut, dann ist klar, das die Bank hier keineswegs abzockt. Der Dispokredit ist – und dafür wurde er geschaffen – zur Deckung von kurzfristig erhöhten Ausgaben.

Immer mehr wird der Dispokredit jedoch für die Zahlung der Hausrate, des Autos oder anderen langfristigen Bindungen geschaffen. Ein kapitaler Fehler seines des Bankkunden! Im folgendem wird darauf eingegangen, für wen sich der Dispokredit eignet, weshalb er so teuer ist und wie man sparen kann.

Zur Geschichte des Dispokredits:

Der Dispositionskredit, welcher einfach nur kurz Dispo genannt wird, wurde etwa 1957 bis 1958 eingeführt. Das war die Zeit, in der Firmen von der Lohntüte auf die Auszahlung per Banküberweisung umstiegen. Innerhalb kürzester Zeit gab es in Deutschland rund 5 Millionen Girokonten bei Deutschlands Sparkassen. Prinzipiell war jedes Girokonto auch zum Dispo berechtigt, sofern sich Einnahmen und Ausgaben im vertretbaren Verhältnis gegenüberstanden.

Dispokredit

© by ING-DiBa / flickr.com

Verwendung des Dispositionskredits:

Der Dispo soll in der Regel für kurzfristige Mehrausgaben verwendet werden. Essen, Nachzahlungen für Nebenkosten oder Strom und ähnliches. Natürlich kann der Dispokredit prinzipiell für jede Zahlung verwendet, aber genau deshalb ist der Ruf des Dispokredits enorm schlecht. Denn für alle geplanten Ausgaben (Urlaub, Auto, Anschaffungen) gab es die üblichen Kredite von den Banken!

Beim Dispo hingegen fragt die Bank nicht nach der Verwendung, möchte keine Sicherheiten und hat in der Regel auch keinen Bürgen. Sie sitzt damit auf einem hohen Risiko den Betrag „X“ (welcher als Dispo eingeräumt ist) zu verlieren.

Aktuelle Entwicklung des Dispos

Seit Jahren kritisieren Verbraucherschützer die hohen Zinsen des Dispos. Und auch wenn die Bank ein gewisses Risiko gegenüber dem geplanten Kredit hat, so sind die hohen Zinsen trotzdem unbegründet. Banken können sich inzwischen fast kostenlos Geld leihen. Für Endkunden schwankt der Zinssatz dagegen zwischen etwa 8 und rund 13 Prozent. Klingt teuer? Dann sollte man besser nicht wissen, dass der marktübliche Zins für Dispokredite vor einigen Jahren noch bis zu 16 Prozent betrug.

Bei der Kontoeröffnung sollte man also ruhig einmal ins Kleingedruckte schauen. Denn mit einem erhöhten Risiko kann sich heute kaum eine Bank herausreden, da bei jedem Bankkunden eine Wirtschaftsauskunft (in der Regel SCHUFA-Auskunft) eingeholt wird. Auch findet – oft verbotenerweise – regelmäßig eine Bonitätsprüfung statt.

 

Fazit: Vergleich kann sich lohnen:

Wer sowieso auf der Suche nach einem neuen Konto ist, kann mit einem Vergleich beim Dispokredit Geld sparen. Wer mit seiner Bank allerdings zufrieden ist, sollte seinen Dispokredit besser planen und ggf. einen „normalen“ Kredit beantragen.

Factoring

Was ist Factoring

Factoring steht für einen Verkauf von Forderungen, die ein Unternehmen an einen Debitor hat. Diese werden an ein drittes Unternehmen, den Factor veräußert. Der Factor zahlt dem Factoring-Kunden einen Betrag, von dem die Gebühren für die zu erbringende Dienstleistung abgehen.

Factoring

© Bild by Bankenverband – Bundesverband deutscher Banken / flickr.com

Ausfallrisiko

Er trägt das Ausfallrisiko und ist Ansprechpartner und Zahlungsempfänger für den Debitor, der die offene Rechnung begleichen muss. Für das Unternehmen, das Factoring betreibt entfällt das Risiko, vom Debitor kein Geld zu sehen. Außerdem erhöht sich dadurch die Liquidität innerhalb des Unternehmens und die Eigenkapitalquote steigt. In der Bundesrepublik Deutschland ist Factoring ein großes Thema im Bereich der Mittelstandsfinanzierung.